Diskussion
Im Vatikan hat am Dienstag ein historisches Verfahren wegen eines großen Finanzskandals begonnen. Zehn Personen, darunter der einst prominente Kardinal Angelo Becciu, müssen sich vor Gericht verantworten. Es ist das erste Mal, dass ein Kardinal von der vatikanischen Strafverfolgung angeklagt wird. Die Angeklagten erschienen in der Früh in einem behelfsmäßigen Gerichtssaal, der für das Verfahren in den vatikanischen Museen eingerichtet wurde.
Nach achtstündigen Beratungen beschloss das Gericht die Vertagung des Verfahrens auf den 5. Oktober. Damit gab es einer Forderung der Verteidigung nach. Kardinal Angelo Becciu, der bis zu seiner Entlassung im vergangenen September als Äquivalent eines Stabschefs für Papst Franziskus diente, werden Veruntreuung, Amtsmissbrauch und weitere Delikte vorgeworfen. Vor Gericht beteuerte er seine Unschuld und sein Vertrauen in die Justiz. „Der Kardinal ist überzeugt, seine Unschuld beweisen zu können“, betonte Beccius Anwalt Fabio Viglione nach der Gerichtsverhandlung am Dienstag.